Wir wollen euch heute gern erklären, warum es wichtig ist jeden einzelnen Hund als Individuum zu betrachten, warum Hunde nicht immer und überall wie eine Maschine funktionieren können und das wichtigste, warum es so wichtig ist sich Zeit zu nehmen um sich gegenseitig kennenzulernen.
Wir tun unser Bestes um unsere Schützlinge in ein passendes zu Hause zu vermitteln, es gibt Gespräche, Selbstauskünfte und Vorkontrollen . Wir schauen uns die Mensch-Hund-Konstellation genau an, werden ebenso oft beschimpft wenn wir uns gegen einen potentiellen Interessenten entscheiden und doch können wir den Menschen immer nur vor den Kopf schauen.
Oft hören wir, dass man ja schon immer Hunde hatte und sich auskennt.
Aber genau das ist der Punkt, jeder Hund tickt anders, es gibt keine Pauschal-Erziehung für alle. Was bei den letzten 5 Hunden gut geklappt hat, kann bei dem Neuankömmling auf taube Ohren stoßen.
Unsere Vierbeiner sind Lebewesen, auch sie haben Emotionen, natürlich nicht alles Vergleichbar mit uns Menschen, aber auch sie fühlen Angst, Unsicherheit aber auch Freude.
Und auch sie haben schlechte und gute Tage.
Sie sind keine Roboter, sie haben ihre Macken und Eigenheiten wie wir auch.
Auch wenn wir wirklich alles versuchen unsere Viebeiner gut einzuschätzen, so können wir im Tierheim doch nur einen Teil einschätzen, in einem eigenen zu Hause können nach der Eingewöhnung immer noch Verhaltensweisen auftreten, die im Tierheim vorher nicht unbedingt aufgefallen sind.
Zusätzlich hängt einiges auch vom menschlichen Einfluss ab, wird Hund verstanden und auch seine Grenzen akzeptiert?
Oft hört man ja vom „dankbaren Tierschutzhund“.
So schön der Gedanke ist, so absurd ist er doch.
Betrachtet man die Dinge aus Hundesicht, so ist das Tierheim sein aktuelles zu Hause. Je nachdem wie lange er bei uns ist, kennt er die Abläufe und kommt mehr oder weniger gut damit klar.
Plötzlich sind da neue Menschen die ihn besuchen kommen.
Nach ein paar mal Gassi, wird er ins Auto geladen und kommt in eine völlig neue, fremde Umgebung.
Vielleicht noch mehr fremde Menschen, andere Tiere, neue Gerüche, Geräusche.
Alles ist plötzlich anders. Dann kommen Freunde, Familie und wollen den neuen Bewohner begrüßen.
Außerdem wird getestet ob er sich denn auch das Futter wegnehmen lässt und draußen wird direkt nach Hundekumpels gesucht.
All diese Dinge können euren neuen Vierbeiner überfordern!
Nehmt euch doch bitte Zeit, lernt euch kennen, lernt euren Hund zu lesen.
Lasst ihm Ruhe und besonders Zeit.
Der eine ist nach 2 Wochen angekommen, der nächste braucht 2 Monate.
Akzeptiert auch die Grenzen eures Hundes so wie er eure akzeptieren und lernen soll.
Ein gutes Beispiel ist doch eine neue Partnerschaft.
Wenn man sich frisch kennenlernt ist alles wunderbar und schön.
Dann zieht man zusammen und nach ein paar Wochen/Monaten bemerkt man vielleicht die ersten Macken des anderen.
Das Entscheidende dabei ist: was macht man daraus?
Und was sowohl in einer guten Partnerschaft zwischen Menschen, als auch zwischen Mensch und Hund wichtig ist, ist KOMMUNIKATION, den anderen verstehen und zuhören.
Auch mal streiten können ohne Nachtragend zu sein.
Sich versöhnen und auch zu wissen, dass man den anderen niemals wieder auf 0 zurücksetzen kann.
Unsere Hunde kommunizieren so viel mit uns und wir merken es oftmals nicht mal.
Es ist doch unsere Aufgabe unsere Vierbeiner zu verstehen, das sind wir ihnen schuldig.
Denn immerhin war es unsere Entscheidung, dass der neue Vierbeiner einzieht.
Also Leute: nehmt euch bitte Zeit, hört auf unsere Ratschläge und lernt die Sprache eures Hundes!
Nicht jede Beziehung kann gerettet werden, aber viele werden vermutlich voreilig beendet, ohne dass man überhaupt miteinander „gesprochen“ hat.
Im Bild zu sehen unser Hagred, auch er sucht seine Menschen, die ihm zuhören!